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Unser Video der Woche

Warum, wieso, weshalb?

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„Es gibt keine dummen Fragen, nur Dumme, die nicht fragen.“

Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin in der Schweiz

Wenn ich Sie frage, was Sie gestern Nachmittag um viertel vor drei gemacht haben, dann werden Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit länger nachdenken müssen, als wenn ich Sie frage, was Sie denn am 11. September 2001 um diese Zeit taten, dem Zeitpunkt der Attentate auf das World Trade Center in New York. Ich weiß nicht, ob Sie in diesem Fall eine Ausnahme darstellen, doch ich persönlich kenne keinen einzigen Menschen, der sich heute nicht noch ganz genau daran erinnert, wo er sich zum Zeitpunkt der Attentate vom 11. September 2001 befand und was er gerade tat. Und das, obwohl dies nun schon fast 20 Jahre zurückliegt und die wenigsten von uns spontan wissen, was sie gestern zu Mittag gegessen haben.

Für mich war der 18. März 2020 ähnlich einschneidend. Als Xavier Bettel an dem Tag den Notstand für Luxemburg ausrief, saß ich gerade zu Hause an meinem Schreibtisch; unser Abteilungsleiter hatte uns soeben per Videokonferenz verkündet, dass wir ab sofort Vollzeit auf Homeoffice umstellen würden und das Haus möglichst nur für wichtige Besorgungen verlassen sollten. Und das nur wenige Wochen nachdem in China zum ersten Mal etwas von diesem Corona-Virus berichtet wurde.

Konsternation. Irritation. Unsicherheit. Orientierungslosigkeit. Angst.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus dem Gefühlschaos, das mich ab der ersten Minute und über mehrere Wochen konstant begleitete und mir viele Stunden meines wertvollen Schlafes raubte.

„Wenn die so etwas mit uns machen, dann muss es WIRKLICH schlimm sein“, war der alles dominierende Grundgedanke. 

„Bleift doheem“ 

Slogan der Santé

Fast täglich stritt ich mich wegen dieser zwei Worten mit meinem Mann, der stoisch weiter arbeiten ging, weil es ihm als selbständiger Immobilienmakler nicht explizit verboten worden war, wenngleich Visiten untersagt waren … eine Absurdität, wenn man bedenkt, dass dies der Hauptbestandteil seines Berufes ist. Er beschränkte sich demnach auf einkommenslose administrative Aufgaben, ohne Aussicht auf finanzielle Entschädigung. 

Ich gehörte zwar nicht zu den Klopapierrollenpanikkäufern, die sich den Einkaufswagen mit toten Lebensmitteln vollpackten, die uns weder gesund noch resistent machen. Doch ich hielt mich akribisch an die vielen neuen Verbote, die sich seither graduell in unser „Leben“ einschleichen, insbesondere jenes, die ältere Generation zu treffen. Und so bemühten wir uns redlich, ihnen unabhängig von Alter und Talent die Nutzung der unterschiedlichen Tools für Videochat beizubringen. Das größte Highlight aus dieser Zeit war wohl der ungläubige Gesichtsausdruck meines 91-jährigen Schwiegervaters, als er uns und unsere Tochter zusammen mit ihrem Sohn in Wien gleichzeitig auf dem Bildschirm seines Computers sah.

Mein grundsätzliches Urvertrauen in die Regierung, obwohl sie noch nicht einmal einen Bruchteil dessen tut, wofür ich sie gewählt habe, blieb also eine sehr lange Zeit intakt. Zu unvorstellbar die Massnahmen und die Einschränkungen, zu repetitiv und eindringlich die Warnungen. Ich war in meiner Angst gefangen, so wie viele Menschen es heute noch sind und daher weiß ich: es ist kein schönes Gefühl und ich weiß sehr wohl, was es mit uns macht.

Diese Angst blieb … bis zu dem Zeitpunkt als ein mir überaus nahestehendes, über jeden Zweifel erhabenes Familienmitglied mich anrief mit dem spannenden Satz:

„Pass mal auf, da gibt es auch noch andere Stimmen und die sehen das vollkommen anders und die scheinen wirklich nicht auf den Kopf gefallen zu sein. Mach Dir mal ein Bild davon und sag mir, was Du davon hältst.“

Meine erste Reaktion war: Ja ja, jetzt kommst Du mit so komischen Verschwörungstheorien, was soll ich denn mit dem Schwachsinn anfangen, draußen ist ein Krieg und wir werden alle sterben, wenn wir nicht gehorchen!!! Doch er ließ, auf seine sehr angenehme, ruhige, intelligente Art nicht locker und so lernte ich nach und nach die unzähligen Experten kennen: Prof.Dr. Bhakdi, Dr. Wodarg, Prof. Walach, Prof. Ioannidis, Prof. Raoult …, die sich seit Anfang der Krise mit sehr viel Mut und Engagement um Aufklärung, Relativierung und Diskussion bemühen und somit zur Deeskalation in der Gesellschaft hätten beitragen können. 

Auch heute noch weisen sie und mittlerweile tausende andere Experten vom Fach Fehler in den Statistiken und Hochrechnungen so wie in der medizinischen, epidemiologischen und virologischen Argumentation auf und müssen – damit uns diese überhaupt erreichen können – auf die sogenannten „alternativen Medien“ zurückgreifen, da die klassischen Medien (es gibt ja nur noch 3 große Presseagenturen weltweit die die Nachrichten „machen„) stoisch dasselbe Programm abspulen. Ich vermisse den investigativen Journalismus in Sachen Corona Pandemie. Ein Tabu?

Ich brauchte lange, um das Unfassbare als Eventualität in Erwägung zu ziehen. Im Fachjargon nennt man das „kognitive Dissonanz“: was was nicht sein darf, ist auch nicht. Jeder von uns kennt das: man beschäftigt sich am liebsten mit Argumentationen, die die eigenen Thesen bestätigen. Da fühlt man sich sicher, das ist die Komfortzone, aus der man ungern raus möchte, besonders wenn man gerade Angst hat und einen Anker braucht. Doch was, wenn man in diesen Argumentationen trotzdem auf einmal Lücken entdeckt? Man kann zwar noch eine Weile daran festhalten, was ich auch tat, doch die leisen Zweifel fingen dennoch an, zu nagen, wie ein Teufelchen auf der Schulter … was mich dazu veranlasste, selbst zu recherchieren, zu lesen, nachzudenken, zu schlussfolgern. Das Internet war dabei zwar eine Hilfe, wobei man sich häufig beeilen muss, da viele wertvolle Beiträge von kritischen Ärzten und Wissenschaftlern rasch gelöscht werden. Auch tummeln sich dort in der Tat auch viele Falschmeldungen, wo es nicht einfach ist, die Spreu vom Weizen zu trennen. Doch beim Lesen von Büchern entdeckte ich so viele, unglaublich logische Erklärungen, dass ich nicht verstehen kann, wieso sich die Medien, die Politik und am Ende ein Großteil der Gesellschaft dieser Logik so einfach entziehen können, ohne auch nur wenigstens ein Türchen im Hinterkopf zu öffnen. Die Tür mit der Aufschrift: „was wäre, wenn?“.

Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können

Ich möchte an dieser Stelle niemanden brüskieren, ich selbst kenne in meinem Bekanntenkreis Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und einige haben sich – so wie es auch bei Influenza oder anderen Viren/Bakterien und Erkrankungen passieren kann – nur schwer davon erholt, andere bis heute noch gar nicht.

Das ändert aber nichts daran, dass ich weiter nach der Antwort suche auf viele Fragen, unter anderem folgende:

Wieso werden für die Darstellung mancher Zahlen irreführende und angstmachende Skalierungen benutzt, gegebenenfalls sogar nachträglich abgeändert, besonders wenn die objektive-sachliche Darstellung weitaus weniger angsteinflößend wäre?

Weshalb wurde beschlossen, dass jeder, der als Corona Positiver erfasst wurde, in die Corona Todesfallstatistik einfließt, auch wenn er durch andere Umstände (Krebs, Diabetes, Herzanfall, Unfall, Selbstmord, Grippe…) verstirbt? Was, wenn es zufällige Überschneidungen gibt, d.h. der verstorbene Patient zwar positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, die Symptome aber eigentlich von der „normalen“ Grippe, Rhinoviren, Lungenentzündung etc. stammen könnten? Wäre es nicht wichtig, das zu wissen, insbesondere es hier in Luxemburg ja KEINE Übersterblichkeit gibt?

Warum hält man an den hochsensiblen PCR Tests fest, die auch inaktive, bzw. Bruchstücke von Viren finden, die keine Infektion auslösen und das obwohl sowohl der Erfinder des PCR-Tests, als auch Prof. Drosten zugeben, dass der Test für diagnostische Zwecke ungeeignet ist?

Wieso hat man in der Todesfallstatistik auf www.covid19.lu von einem Tag auf den anderen die Altersgruppen ab 80 zusammengelegt, während in den anderen Grafiken (Krankenhaus und Intensiv) die Altersgruppen bis 99 Jahre in 5-Jahrestranchen aufgeteilt bleiben? Und wieso bleiben die Fragen diesbezüglich unbeantwortet, bzw. werden sie lapidar mit „Vereinfachungsgründen“ rechtfertigt? Vereinfachung für wen?

Warum haben unsere Regierungsvertreter während dem ersten Lockdown das umstrittene Handelsabkommen CETA unterschieben?

Wieso wurde für das 1. Lockdown nicht berücksichtigt, dass die Zahlen bereits rückläufig waren (von einem Tag auf den anderen wurde auf die korrekte Darstellung der Ansteckungszeit von ca. 8 Tagen verzichtet)?

Wieso behauptet unsere Regierung, dass Gesichtsmasken helfen, wobei in der von ihm erwähnten Studie steht, dass das NICHT eindeutig erwiesen ist? Wieso werden Studien nicht berücksichtigt, die sogar belegen, dass das Tragen von Masken eher gesundheitsschädlich sein könnte? (Rhinoviren, Bakterien, Pilze, Psyche…). Was auch erklären würde, weshalb man beim Sport (erhöhter Sauerstoffbedarf) keine tragen muss. Für viele Menschen ist das Treppensteigen ja schon Sport…

Auf welcher Grundlage beruht die Behauptung unseres Staatsministers, dass das Corona-Virus 3 bis 11 Mal (man achte auf die Spanne!) gefährlicher sei als das Influenza-Virus? Sollte man nicht meinen, dass er eine solche Behauptung auch durch eine entsprechende, neutrale Studie belegen müsste, da sie ja Grundlage ist für Maßnahmen, die Menschen nicht nur finanziell, sondern auch menschlich in den Ruin treiben?

Wieso werden die Menschen nicht auf die Pflege ihres Immunsystems sensibilisiert, welches unser Gesundheitssystem schon seit Jahren belastet und das mit mehr unnötigen Opfern, die frühzeitig sterben und in der letzten Lebenshälfte nicht wirklich gesund sind?

Warum werden Briefe an unsere Gesundheitsministerin zu diesen Themen nicht mit dem notwendigen Respekt, allenfalls mit politischen Floskeln – beantwortet?

Wieso sehen wir so viele Leute alleine im Auto oder im Wald mit einer Gesichtsmaske; fragt da keiner nach, wie es bei diesen Menschen innen drin aussieht und was für Konsequenzen sich aus diesem Gemütszustand ergeben können? Für sich selbst als auch für die Kinder dieser Gesellschaft?

Wieso findet man überall, wo man genauer recherchiert, sogenannte Interessenkonflikte und wieso wird das nicht infrage gestellt, so wie das im Finanzwesen kontrolliert wird?

Das ist nur ein kleiner Auszug der Fragen, die ich mir stelle. Ich würde mich an dieser Stelle einfach nur freuen, wenn Sie sich die Zeit nähmen, sich das Thema, das Sie besonders interessiert oder berührt, anzusehen, es kritisch zu recherchieren und mir – falls Sie die Antwort kennen und auch wissenschaftlich (neutral, ohne Interessenskonflikte) belegen können (Meinungen gibt es ja genug) – zuschicken könnten. 

Vielleicht kann ich dann ja wieder besser schlafen.

Dieser Artikel wurde in deutscher Sprache verfasst, die französische und englischen Versionen sind Übersetzungen. Auf der luxemburgischen Seite haben wir ein Duplikat aus dem Deutschen veröffentlicht.