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COVID-19 Impfstoffe und Impfstrategie für Luxemburg

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Informationen zur Impfung aus offiziellen Quellen

Um Ihnen die Entscheidung, ob Sie sich impfen lassen wollen oder nicht, einfacher zu machen, haben wir für Sie aus den offiziellen Veröffentlichungen der Luxemburgischen Regierung das Wichtigste herausgesucht. Wir meinen, dass es wichtig ist vor einem invasiven Eingriff, welcher durchaus unerwünschte Nebenwirkungen haben kann, sich vollständig zu informieren, um dann eine fundierte Entscheidung zu treffen und diese auch selbstbestimmt zu vertreten.

Wir laden Sie ein, diesbezüglich auch unseren Artikel Impfstoffentwicklung zu lesen.

Impfstoffe

Luxemburg bzw. die Europäische Union hat mit folgenden Firmen Verträge für COVID-19 Impfstoffe abgeschlossen (Stand Januar 2021):1

  UnternehmenImpfstoff-NameImpfstoff-Typ Phase
BioNTech (DEU) / Pfizer (USA)BNT162b2mRNA-basierter ImpfstoffZulassung in der EU am 21.12.2020
Moderna (USA)mRNA-1273mRNA-basierter ImpfstoffZulassung in der EU am 06.01.2021
AstraZeneca (SWE) / Oxford University (GBR)ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222)Vektorviren- Impfstoff (auf Basis eines Adenovirus, das sich nicht in menschlichen Zellen replizieren kann)Antrag auf Zulassung in der EU am 12.01.2021
Johnson&Johnson (USA) / Janssen (BEL)Ad26.COV2-SVektorviren-ImpfstoffPhase III
CureVac (DEU)CVnCoVmRNA-basierter ImpfstoffPhase IIa
Sanofi / GSK (USA)k. A.Totimpfstoff mit gentechnisch (mit Baculoviren) hergestelltem Antigen und AdjuvansPhase I/II

Impfstrategie

Es erfolgen zwei Impfungen im Zeitraum von 3 – 4 Wochen.

Personen aus dem Gesundheitsbereich sollen zuerst geimpft werden. Danach vulnerable Personen, das heißt Menschen, die gefährdet sind eher an Covid-19 zu erkranken.

Alle anderen werden per Einladung dazu aufgefordert, einen Termin für die Impfung abzumachen.

In ganz Luxemburg wird es sogenannte Impfzentren geben, wo die Menschen die Impfungen erhalten.3

Die Auswahl des Impfstoffes erfolgt durch den Arzt, der die Impfung vornimmt, beruhend auf der ärztlichen Untersuchung und der Anamnese.4(4.4)

Die sogenannten Hygienevorschriften müssen, auch wenn bereits geimpft wurde, bis auf Weiteres (Zeitraum unbekannt) eingehalten werden, da noch nicht klar ist, ob bzw. wie lange die Geimpften weiter infektiös sind.

„… die grundsätzlichen Maßnahmen (Tragen einer Maske, Einhalten der räumlichen Distanz und andere Sicherheitsvorkehrungen) bleiben bestehen.“ 4(5.1)

Impfpflicht

Zurzeit besteht keine Impfpflicht für Covid-19 Impfungen in Luxemburg, wie man im Informationsblatt des Gesundheitsministeriums 4 über die Impfung gegen COVID-19 unter Punkt 3 ‚Ihre Rechte‘, nachlesen kann:

„… die Impfung wird nicht gesetzlich vorgeschrieben sein.“

und

„Ihr Arbeitgeber wird Sie nicht zwingen können, sich impfen zu lassen.“

Auch wenn es zurzeit keinen Impfzwang gibt, wird jedoch auf eventuelle Einschränkungen hingewiesen.

„Es wird keine rechtlichen Konsequenzen für Menschen geben, die nicht geimpft worden sind. Allerdings könnte es Maßnahmen geben, die den Zugang von nicht geimpften Personen zu Veranstaltungsorten, Veranstaltungen, Regionen oder sogar Ländern einschränken. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden noch keine nationalen oder internationalen Einschränkungen festgelegt.“

Anmerkung Expressis Verbis:

Der Europarat hat bezüglich einer Impfpflicht in der Resolution 2361 (2021) folgendes empfohlen:

„Die Versammlung fordert die Mitgliedstaaten und die Europäische Union daher nachdrücklich auf: sicherzustellen, dass die Bürger darüber informiert werden, dass die Impfung NICHT obligatorisch ist und dass niemand politisch, sozial oder anderweitig unter Druck gesetzt wird, sich impfen zu lassen, wenn sie dies nicht selbst tun möchten (7.3.1); sicherzustellen, dass niemand diskriminiert wird, weil er wegen möglicher Gesundheitsrisiken nicht geimpft wurde oder nicht geimpft werden möchte (7.3.2)“5

(Der Europarat besteht aus 47 Staaten und vertritt ungefähr 800 Millionen Bürger. Die Zentrale und der Sitz befinden sich in Straßburg. Der Europarat konzentriert sich auf Maßnahmen zwischen den Mitgliedsstaaten und hat die Aufgabe, die Verbindungen zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten zu intensivieren und auszuweiten. Hierbei werden vom Europarat Konventionen erstellt, die allerdings nicht bindend sind und erst von den Mitgliedsstaaten akzeptiert werden müssen. Durch seine Beschlüsse und Debatten will der Europarat den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt fördern und so höhere Lebensstandards für alle Mitglieder schaffen.)

Verantwortung und Haftung

„Im Prinzip liegt die Verantwortung für den Impfstoff vollständig bei den Firmen, die die Impfstoffe vermarkten. Ihre Pharmakovigilanz-Verpflichtungen (z.B. die Überwachung von unerwünschten Nebenwirkungen) bleiben bestehen. Diese Unternehmen bleiben immer haftbar und sind schadensersatzpflichtig, wenn sie die Anforderungen der guten Herstellungspraxis oder der Pharmakovigilanz nicht einhalten oder wenn es sich um vorsätzliche Fehler handelt.“ 4(3.2)

Da die Impfstoffkandidaten aufgrund der dringenden Nachfrage nach Impfstoffen und außergewöhnlicher Umstände sehr schnell auf den Markt kommen, werden die teilnehmenden Mitgliedstaaten in diesem Fall das betroffene Unternehmen von bestimmten Entschädigungsansprüchen freistellen.

Sicherheit

„… die mRNA-Impfung ist eine sehr moderne wissenschaftliche Technologie, die sich bisher als äußerst sicher erwiesen hat. Auch wenn noch kein mRNA-Impfstoff zugelassen wurde, wird in diesem Bereich bereits seit vielen Jahren geforscht und die aktuellen „neuen“ Impfstoffe (z.B. mRNA) werden sehr strengen Sicherheitstests unterzogen und erst zugelassen, wenn sie alle diese Tests bestanden haben.“ 4 (6.4)

Weitere Informationen zur Impfstrategie für Luxemburg sind hier zu finden:

https://covid19.public.lu/de/impfung.html


Quellen:

1 https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/qanda_20_1662

2 https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov

3 https://www.rtl.lu/news/national/a/1624757.html

4 https://covid19.public.lu/dam-assets/covid-19/vaccinations/2020-12-21-FAQ-Vaccination-DE.pdf

5 https://pace.coe.int/en/files/29004/html


Dieser Artikel wurde in deutscher Sprache verfasst, die französische und englischen Versionen sind Übersetzungen. Auf der luxemburgischen Seite haben wir ein Duplikat aus dem Deutschen veröffentlicht.