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Willkommen in Absurdistan – Ein Bericht von der Maßnahmenfront

Anmerkung der Redaktion: wir haben viel Respekt vor den traurigen und beunruhigenden Erfahrungsberichten und drücken den betroffenen Menschen, die sich uns mit ihren Geschichten anvertrauen, unser aufrichtiges Mitempfinden aus. Manchmal treiben ihre Geschichten auch uns Tränen in die Augen. Gleichzeitig können wir uns auch auf den Ansatz dieser Dame, mit der aktuellen, durchaus ernsten Situation, mit einer gewaltigen Prise Humor und Sarkasmus umzugehen, einlassen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht und Lachen soll bekanntlich sehr gesund sein.

Nun zum Erfahrungsbericht von Frau O.

Dank Homeoffice war ich bei den letzten Paketlieferungen immer zu Hause. Seit einer Woche habe ich jedoch einen Hund aus dem Tierheim, weil ich mir dachte: «Sie haben mir die Freunde genommen, sie haben mir das Reisen genommen (ich lasse mich nicht testen, ich bin ja schließlich gesund – ich gieße doch kein Öl ins Feuer der Inzidenzzahlen mit falsch Positiven und Gefahr der Quarantäne – Luxemburg ist schön, gehe ich eben nur noch hier wandern), sie haben mir das Büro mit den netten Kollegen genommen, sie haben mir das Fitnessstudio genommen, weil ich da jetzt sogar Maske an den Geräten tragen muss und mir bei körperlicher Anstrengung mit Maske schwindelig wird. Also haben sie mir alles genommen, was bisher Spaß gemacht hat, mich allerdings auch wegen daraus resultierendem Zeitmangel davon abgehalten hat, mir einen Hund anzuschaffen. Hmm, dann könnte ich mir doch jetzt einen Hund aus dem Tierheim holen?» Gesagt, getan. Seit einer Woche ist der Hund jetzt bei mir und wir haben viel Spaß. Aber so ein Hund muss mittags raus, und so hatten wir (der Hund und ich) die Lieferung seines Planschbeckens für heiße Sommer verpasst. Und deswegen musste ich heute das Paket bei der Post abholen.

Um die Poststelle betreten zu dürfen, musste ich mich maskieren, was in 2019 noch für einen Alarm (Überfall!!!!!) in der Poststelle gesorgt hätte. Immerhin darf ich in Luxemburg noch nutzlose Stoffmasken aufsetzen und nicht diese stinkenden, ebenfalls nutzlosen FFP2-Masken, die tatsächlich chemischer Sondermüll sind. Aber die blauen medizinischen Schutzmasken stinken auch, das tue ich meinem Körper nicht an. Ich habe also diverse Stoffmasken mit lachenden Mündern oder Aufdrucken wie «Maulkorb» oder «Jo, mei…». Was Maulkorb bedeutet, ist klar. Jo, mei ist ein bayrischer Ausdruck für ein gleichgültiges Schulterzucken. Ich träufle mir Pfefferminzöl rein und mach Aromatherapie. Dann geht’s.

Heute zeigte ich das gleichgültige Schulterzucken mittels Gesichtsverhüllung und betrat die Poststelle mit meinem Abholschein.

Was mir als erstes auffiel, war, dass seit meinem letzten maskierten Besuch letzten Sommer neben Plexiglasscheiben nun auch ein Trennband vor den Schaltern ist, der für einen Meter Abstand zur Plexiglasscheibe sorgt, was für mich keine vertrauensfördernde Maßnahme in Bezug auf die Wirksamkeit der Masken zu sein scheint. Nun ja…

Das Trennband gestaltet die Unterschriftenabgabe außerordentlich komisch und erinnert an den Film Blues Brothers, wo in einer Szene Jake Blues aus dem Gefängnis entlassen wird und auch gut einen Meter Abstand zum Schalter einhalten muss, um dann für die Unterschrift des Entlassungspapiers seinen Oberkörper nach vorne fallen zu lassen.

Ich ließ mein Licht scheinen und sagte lachend: «Hey, das ist ja hier wie im Film Blues Brothers. Und das bei einer Infection Fatality Rate bei Covid19 in Luxembourg von 0,03%» Sprach’s und ließ mich nach vorne fallen, um meinen Abholschein auf den Schalter zu legen. Die Damen hinter dem Schalter fingen höflich an, zu lachen. Ich weiter «Und alle machen mit.» und stieß mich wieder in die senkrechte Körperhaltung ab. Die Damen «Ja, ist ja jetzt Anweisung!» Ich: «Wenn die Regierung sagt «Springen Sie aus dem Fenster», springen Sie dann auch?» und lachte wieder. Eine Dame entzog sich dem Gespräch, um mein Paket zu holen, die andere Dame meinte «Nein, natürlich nicht!» Ich lachte weiter fröhlich und sagte «Ich lass mir diese mRNA-Injektion bestimmt nicht verpassen.» Die verbliebene Dame hinterm Schalter meinte «Da werden Sie wohl nicht gefragt.» Ich entgegnete weiter lachend «Na, dann ist es ja gut, wenn ich nicht gefragt werde, dann muss ich auch nicht mitmachen. Ich hab nämlich keine Lust auf Gesichtslähmung oder Hirnvenenthrombose. Das Zeug ist ja auch nur in der Notzulassung.» und zwinkerte ihr zu.

In der Zwischenzeit kam die andere Dame mit meinem Paket zurück und ich ließ meinen Oberkörper wieder nach vorne fallen, um die Unterschrift zu leisten. Ich hab mich wieder kaputtgelacht, den Kopf geschüttelt und sagte «Wie im Film Blues Brothers….». Dann wieder abgestoßen, einen Meter nach rechts und wieder nach vorne fallen lassen, um das Paket (schweres Paket!) entgegenzunehmen.

Ich «Wenn ich jetzt einen Bandscheibenvorfall bekomme, wer haftet dann? Xavier Bettel?» und wieder gelacht.

Die Damen wirkten nun etwas verunsichert. Ich habe dann ein fröhliches Wochenende gewünscht und bin mit meinem Paket raus aus Absurdistan. Danke für das Lachen!

Kirsten O.