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mam Thierry Simonelli
An interview with Vera Sharav, survivor of the Holocaust

Der Hauch des Virus

Bemerkungen zur sozialen Fantasie der Pandemie

Die Luft ist eine bedrohliche Brühe, in der sich alles mischt: Rauch, Schwefel, wasserhaltige, flüchtige, ölige und salzige Dämpfe, die von der Erde aufsteigen, ja gegebenenfalls auch die feurigen Materien, die unser Boden ausspuckt, die aus den Sümpfen kommenden Dünste sowie winzige Insekten, deren Eier, allerhand Aufgußtierchen und, schlimmer noch, die ansteckenden Miasmen der verwesenden Körper.

Alain Corbin. (1984). Pesthauch und Blütenduft. Eine Geschichte des Geruchs. Verlag Klaus Wagenbach.

Es scheint uns heute fast normal geworden zu sein an Menschen vorbeizugehen, die den Kopf abwenden, um sich vor der schlechten Luft zu schützen, die wir ausatmen, oder die, um ihr eigenes Überleben zu sichern, auf die andere Straßenseite wechseln, um die üblen viralen Dämpfe nicht zu inhalieren, die unser verdorbenes Fleisch ohne unser Wissen von sich gibt.

Es scheint fast als ob das Virus durch den fauligen Atem der Infizierten, an denen wir auf einem Spaziergang vorbeikommen in unsere Lungen eindringen könnte und auch müsste. Das Virus kontaminiert unsere Haut durch den ungesunden Geruch von Schweiß, Urin und Fäkalien, den die neuen Pestkranken auf den Lebensmitteln auf dem Markt, oder den Oberflächen öffentlicher Plätze hinterlassen. Das Virus verwandelt die Luft, die wir atmen, in eine „mörderische Mischung“ aus Miasmen und Infektion.

Durch die unzähligen Diskussionen und Debatten über die Ansteckungswege der Krankheit, über die Verteilung von lebensbedrohlichen Aerosolen, aber auch durch die Distanzierungsmaßnahmen und die Maskenpflicht wurden die Fantasien der Pest und der schlimmsten Epidemien der Menschheitsgeschichte durch politische und mediale Propaganda systematisch aktiviert.

Es scheint daher zweckvoll die sanitäre Krise auch aus dem Blickwinkel solcher sozialen Fantasien – aus der Perspektive dessen, was der französische Historiker Alain Corbin als das „soziale Imaginäre“ bezeichnet hat – zu lesen. Hierbei handelt es sich also weder um eine Analyse der realen Begebenheiten, der realen Wirksamkeit oder Absurdität von Maßnahmen, noch um eine Kritik der wirklichen oder vermeintlichen wissenschaftlichen Auswertungen der pandemischen Lage. Vielmehr soll das Augenmerk auf den gewollten und ungewollten Vorstellungen, Fantasien und Trugbildern liegen die nicht nur in den öffentlichen und privaten Diskursen zum Ausdruck kommen, sondern vor allem auch implizit und maskiert vielen alltäglichen Verhaltensweisen und Handlungen zugrunde liegen.

Dadurch begeben wir uns in den Bereich dessen, was Freud als „Primärprozess“ bezeichnete: eine meist unbewusste und ungewollte Denkart in der Logik, Rationalität, Realität und Chronologie wie aufgehoben scheinen und wie im Traum oder Alptraum durch Sinnverdichtungen und Verschiebungen ersetzt werden. Aus dieser Perspektive wird die erschreckende Gleichartigkeit von Vorstellungskonstellationen der viralen Kontaktängste, des Fremdenhasses und der paranoiden Logik bekannter Wahnvorstellungen sichtbar.

Mit der Erfindung des asymptomatisch Kranken und der Ansteckung gesunder Leidender scheint die Pest– und Cholera-Symbolik des krankheitsverursachenden, fauligen Geruchs der Bazillen wieder auf der Tagesordnung zu stehen. Der Geruch schreibt Alain Corbin in seiner Studie über den Geruchssinn und die soziale Vorstellungskraft, „war in der Tat stark an der Definition des Gesunden und des Ungesunden beteiligt […] und das bis zur Zeit der Pasteurschen Entdeckungen zur Regelung des hygienistischen Handelns“ (Corbin, a.a.O.).

Das Virus kann nicht gesehen und nicht angefasst werden, aber es kann durch die Ausdünstungen der Infizierten, wenn auch nur imaginär, ›gerochen‹ werden:

Es ist der Atem der, besser als alles andere, Miasma und Gestank kommuniziert. Hüten wir uns vor dem fauligen Atem der „kranken Bestie“, fordert Boissier de Sauvages. […] Der Atem offenbart die Anwesenheit des Lebens und seiner Verführungen, er ist das Zeugnis der richtigen Atmung, die den Zustrom der „vitalen Luft“ sicherstellt; aber er ist auch das Ausscheidungsorgan der von den Körpersäften angesammelten Fäulnisstoffe, der Auslass der „phlogistischen Luft“, die die Umgebung verdirbt. (Corbin. a.a.O..)

Durch eine seltsame Ironie des Schicksals ist der pestilenzialische Geruch der tödlichen Krankheit durch einen Virus, der den Verlust des Geruchssinns verursacht, in das soziale Imaginäre der Corona-Pandemie eingedrungen. Denn die eigentliche Gefahr seiner Ausdünstung besteht genau darin, so die Theorie des asymptomatisch Kranken, dass der ›Geruch‹ seiner Infektion verborgen bleibt.

Dadurch ist das Virus dann potenziell überall: Es verderbt den Atem, vergiftet die Berührung, verseucht den Händedruck, verunreinigt Küsse, verschmutzt die Nähe, verdirbt die Reden, verunreinigt gemeinsame Orte und infiziert die Innenräume.

Wie die Miasmen der mittelalterlichen Medizin, verbreitet sich unser Virus in der manipulierenden Fantasie der Politiker und der Medien überall, auch unabhängig von jeglichen Trägern, aus. Deshalb war es lebensnotwendig seine Masken auch im einsamen Wald oder auf den verlassenen Strassen der Dörfer und Städte sachgerecht zu tragen.

Wie konnte man denn in diesem geruchlosen viralen Pandämonium ohne Atemmaske überleben? Und wie kommt man aus dieser „mit den fauligen Ausdünstungen imprägnierten Atmosphäre“ von Körpern und Menschenmassen ohne die rettenden Qualitäten eines Impfstoffs heraus?

Traditionell sind Geruch und Miasmen die Kennzeichen des Elends. Auch heute noch ist schlechter Geruch sozialer Klassengeruch. Der Geruch des anderen ist der Stempel seines gesellschaftlichen Unterschieds:

Das Fehlen zudringlicher Gerüche erlaubt nicht nur eine deutliche Abgrenzung von dem nach Fäulnis, Tod und Sünde stinkenden Volk, sondern es liefert auch eine implizite Rechtfertigung für die Behandlung, die ebendiesem Volk zuteilwird. Je mehr der Gestank der sich schindenden Bevölkerung hervorgehoben wird, je stärker man den Akzent auf die durch ihre bloße Anwesenheit gegebene Ansteckungsgefahr legt, umso leichter ist jener Rechtfertigungsterror aufrechtzuerhalten, in dem die Bourgeoisie sich wiegt, in dem sie den Ausdruck ihres schlechten Gewissens erstickt. Die neue Strategie der Hygiene zeichnet sich durch eine symbolische Gleichsetzung von Desinfektion und Unterwerfung aus. (Corbin. a. a. O.)

Den Geruch zu vertreiben, die Sekrete des Elends zu hygienisieren, heißt also „symbolisch Desinfektion und Unterwerfung“ gleichzustellen. So wurden in Deutschland im April und Mai 2020 ganze Blocks von ausländischen Arbeitern in kleine virale Haftlager verwandelt.

„Eingesperrt wie Hunde“, wie es einer der Fleischarbeiter während des Corona-Ausbruchs bei Tönnies ausdrückte, wurden die ausländischen Arbeiter wochenlang in winzigen, überfüllten Wohnungen unter strenger Überwachung durch die Polizei gefangen gehalten. Für die Werktätigen hatte der Virus dann auch tatsächlich etwas von der Rückkehr der von Engels 1844 beschriebenen „Lage der arbeitenden Klasse in England“.

In Luxemburg konnten die biederen, kleinbürgerlichen Millionäre ihren Abscheu vor dem ungesunden Elend kaum verbergen, auch wenn sie versuchten ihn mit der Heuchelei des Mitleids von „armen“ Arbeiterfamilien, die in ihren kleinen, zu Infektionsherden gewordenen Wohnungen eingesperrt waren zu überdecken. Im sanitären Klassenkampf der Kleinbürgerfantasie absorbieren der stinkende Plebs die tierische Fäulnis des neuen Virus ohne jegliche Abwehr.

So war es auch verständlich, dass die mittelalterlich-sanitäre Strategie des Lockdowns ihre beste Wirksamkeit vorzugsweise bei den Besitzern von geräumigen Luxus-Anwesen mit großzügigen Grundstück besaß, die auch diese politischen Entscheidungen nahmen.

Wie im 19. Jahrhundert reaktiviert die umgesetzte hygienistische Strategie eindeutig „die Trennung zwischen dem deodorierten Bourgeois und dem gemeinen Volk“ (Corbin, a. a. O.). Kleinbürgerlicher Wohlstand und bürgerlicher Reichtum waren auch während der Pandemie nicht mehr ausschließlich durch die Unnötigkeit der Handarbeit gekennzeichnet. Die Klassenprivilegien waren auch die Privilegien des Homeoffice, in dem vom Geruch des Elends geschütztem Anwesen.

Die Corona-Pandemie ist keine Pandemie im eigentlichen Sinne, schrieb Richard Horton, der Herausgeber des Lancet im September 2020, es ist eine Syndemie (Horton, 2020). Anders als eine Pandemie ist eine Syndemie nicht bloß ein medizinisches oder epidemiologisches Problem, sondern ein Problem der sozialen Ungleichheit:

Die wichtigste Konsequenz aus der Betrachtung von COVID-19 als Syndrom ist die Betonung seiner sozialen Herkunft. Die Gefährdung älterer Menschen, schwarzer, asiatischer und ethnischer Minderheitengemeinschaften sowie von Schlüsselarbeitern, die im Allgemeinen schlecht bezahlt werden und weniger sozialen Schutz genießen, unterstreicht eine bisher wenig erkannte Wahrheit: dass die Suche nach einer rein biomedizinischen Lösung für COVID-19 zum Scheitern verurteilt ist, egal wie wirksam eine Behandlung oder ein schützender Impfstoff sein mag. Solange die Regierungen keine Maßnahmen und Programme entwickeln, um die tief greifenden Ungleichheiten umzukehren, werden unsere Gesellschaften niemals wirklich gegen COVID-19 sicher sein. (Horton a.a.O.)

Hier sieht man die Rückkehr zu den Grundlagen des Hygienismus des neunzehnten Jahrhunderts auf der Höhe des Ruhms zeitgenössischer medizinischen Wissenschaft. „Die Hygiene einer großen Stadt ist die Summe aller Privatwohnungen“, heißt es in einem Bericht über Epidemien von 1830. Deshalb konnten die Infektionsherde vorrangig im „Herzen der Wohnung des Elenden“ gefunden werden. Zur Bekämpfung der Pandemie müssen die Armen gewaschen und desinfiziert, oder doch wenigstens auf sicherer Distanz gehalten werden.

Es gibt aber auch keinen Hygienismus ohne seine Rückbesinnung auf die animalische Natur der Sexualität. Der Geruch der Geschlechtsorgane und der Ausscheidungsorgane, den Freud noch als nahe und beim Mann sogar als identisch erkannte, war ein fester Bestandteil der Seuchenüberlegungen der Hygienisten. Im 18. Jahrhundert stellte der Arzt Théophile de Bordeu „die aphrodisierende Wirkung starker Körpergerüche (und) die große Fruchtbarkeit der Armen“ fest. Corbin schreibt über den Hygienismus des 19. Jahrhunderts:

Der herrschende Diskurs jener Zeit assoziiert das skatologische Verhalten mit dem Instinkt, also mit der Kindheit und dem einfachen Volk; er kontrastiert es mit dem des gebildeten, reifen Bürgertums, das in der Lage war, sich die körperlich Disziplin anzueignen, die für die Eliminierung der Exkremente aus dem visuellen und olfaktorischen Feld notwendig sind. (Corbin, a. a. O.)

In diesem Kontext sind auch Freuds erste Überlegungen zur Sexualität zu verstehen. In einem Brief vom Mai 1897 an seinen Freund und HNO-Kollegen Wilhelm Fließ schrieb Freud, er stehe kurz davor, „die Quellen der Moral“ zu entdecken. Fünf Monate später war Freud davon überzeugt, dass er nicht nur die historischen Ursprünge der Moral, sondern auch die Quellen der menschlichen Kultur in Bezug auf die Sexualität entdeckt hatte.

Freuds Idee beruhte auf einer fiktiven Naturgeschichte der Menschheit: Mit der Annahme des aufrechten Gangs, erklärte Freud seinem Freund, rückten Nase und Augen aus ihrer Nähe zu den Sexual- und Ausscheidungsorganen. So unterbrach das zweibeinige Gehen in aufrechter Position die Verschränkung von Geruch, Sexualität und Ausscheidung. Die aufrechte Haltung des Menschen unterbricht gleichzeitig die libidinöse Verbindung von Nase und Mund zu den Sexual- und Ausscheidungsorganen. Die Nase hochzuheben, schrieb Freud, bedeutete, sich vom Einatmen von Exkrementen und sexuellen Sekreten zu distanzieren.

Die Entstehung des Menschen, mutmaßte Freud in seinen darwinischen Spekulationen, ist zugleich der Ursprung von Verdrängung und Geruch, von Exkrement und Sexualität. Und aus dieser Verdrängung wurde, so Freud, die „ästhetische“ Kultur, die deodorierte Kultur, geboren.

Wo tierische Erregung beim Naturmenschen war, bleibt beim kultivierten Menschen nur Ekel. Und wo Exkremente waren, sollte Kultur und Geld werden. Ohne sich dessen gewahr zu sein, bedient Freud mit der Fantasie einer Naturgeschichte der Menschheit die von Corbin beschriebene Psychohistorie des Bürgertums des 19. Jahrhunderts:

Ich habe oft vermutet, dass etwas Organisches an der Verdrängung beteiligt ist, dass es das Verlassen früherer sexueller Zonen ist. In meinem Fall hatte der Verdacht mit der veränderten Rolle der Geruchsempfindungen zu tun: aufrechtes Gehen, mit der Nase vom Boden weg, sodass eine Reihe von ehemals interessanten, erdgebundenen Empfindungen abstoßend geworden waren – durch einen mir noch unbekannten Prozess [er trägt die Nase hoch = er hält sich für etwas besonders Edles]. (Freud, 1999)

Die geheime Quelle der menschlichen Geschichte die Freud entdeckt hat, ist keine andere als die offizielle Quelle des bürgerlichen Hygienismus. Was Freud aber wirklich aufdeckte, war der sexuelle Konflikt, der dem hygienischen Kulturkampf der Klassen innewohnt.

Damit eröffnet sich ein anderes Verständnis der psychischen Genese des Coronavirus-Syndroms. Die gezwungene Desinfektion der Hände – offensichtlich ist es uns nicht gelungen, sie nicht dorthin zu stecken, wo sie nicht hingehören –, der Maskenzwang und die soziale Distanzierung: Es sind die Maßnahmen, die den historischen Prozess der „notwendigen Desodorierung des öffentlichen Raums“ (Corbin, a.a.O.) und der Desexualisierung der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Kultur kennzeichnen.

So gesehen war der Virus ein wahrer Segen für das zwanghafte Moralisieren der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Psychologie.

Zu den offensichtlichsten Varianten des virologischen Imperativs muss man sicherlich diejenige eines Leitartiklers des Tageblatts zählen, der seine Leser auffordert, „ihre Bakterien nicht auf alle zu übertragen“. Formulieren wir es in Kantischer Manier um: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, deine Bakterien nicht auf jeden zu übertragen.“

Mit seinen beiden markanten Verdichtungen stellt dieser Imperativ sicherlich eine der tiefgründigsten und der höchst überdeterminierten Formulierungen der Psychologie der Pandemie dar.

Zum einen ist die Pandemie offenkundig keine bakterielle Pandemie. Und die Autorin des virologischen Imperativs war sich dessen selbstverständlich beim Schreiben bewusst. Wir müssen also das Bakterium nach dem gleichen metaphorischen Gebrauch lesen wie den Bazillus, nämlich als Ausdruck der Schädlichkeit oder des Fehlverhaltens, das wir bestimmten Menschen zuschreiben. Weil die infektiöse Schädlichkeit, wie es Corbin veranschaulicht hat, wird immer auf den ekelerregenden Geruch, auf den Geruch der Exkremente und sexuellen Ausscheidungen der verunreinigten Anderen zurückgeführt.

Andererseits scheint es offensichtlich, dass die moralistische Formulierung, die dazu aufruft die eigenen Bazillen nicht auf andere zu übertragen, eine Umkehrung ist. Die Bazillen, um die es geht, sind nicht unsere eigenen Bakterien oder Viren, es sind nicht unsere eigenen Ausscheidungen, mit denen wir in der Regel ausgezeichnet zurechtkommen, sondern die der anderen.

Hier kehren wir schließlich zu einer der primären psychischen Ursprünge von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus zurück. Der Fremde, der Andere, ist immer der Andere in uns selbst, jener Teil, den wir verdrängen mussten, jenes Fleisch, vor dem wir uns ekeln mussten, um uns in die (bürgerliche und kleinbürgeliche) Kultur zu integrieren:

Der Fremde ist immer derjenige, dessen Unsauberkeit, Unreinheit uns zersetzen könnte. Hitler sah in den Juden das Fremdgut, das “sein” Volk zersetzen würde. Gleichermaßen betrachtete er die Bekämpfung der Syphilis als eine der wichtigsten Lebensaufgaben der Nation. Die Sterilisation davon betroffener “Erbkranker” erschien ihm folglich als “unbarmherzige Absonderung unheilbar Erkrankter” absolut notwendig (Hitler, 1942). In seiner Fantasie sah er Gehirne, Körper und Völker gleichermaßen verfaulen und sich zersetzen. (Gruen, 2000)

Es scheint daher äußerst unwahrscheinlich, dass die Masken je wieder aus unserer Kultur verschwinden werden, denn in weniger als einem Jahr sind sie zum unbewussten Symbol genau dieser Kultur geworden. Dank dem Coronavirus-Syndrom haben sich die Masken als das wichtigste soziale Symbol des Geruchssinns und der sozialen Vorstellungskraft des beginnenden 21. Jahrhunderts durchgesetzt. Die Maske ist Abzeichen des geruchlosen Geruchs der autoritären Kultur des Geldes.

Literatur

  • Alain Corbin. (1984). Pesthauch und Blütenduft. Eine Geschichte des Geruchs. Verlag Klaus Wagenbach.
  • Freud, S., & Fließ, W. (1999). Briefe an Wilhelm Fließ (1887-1904). Fischer Verlag.
  • Arno Gruen. (2000). „Die politischen Konsequenzen der Identifikation mit dem Aggressor. Das Bedürfnis, bestrafen zu müssen.“ Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, 1/2000.
  • Horton, R. (2020). „COVID-19 is not a pandemic.“ The Lancet, 396(10255), 874. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)32000-6